RadNAP steht für «Radargestützte Niederschlag und Abfluss Prognose». Das vollautomatisierte Warnsystem bezieht Prognosedaten NowPrecip (INCA) der MeteoSchweiz. Aus den Daten wird die Abfloge zeitlich hoch aufgelöster Teilniederschläge gerecht. Damit wird das hydrologisch parametrisiertes 3D-Raummodell beregnet und der sich bildende Abfluss nach den Tiefengemittelten Flachwassergleichungen ermittelt. Die Simulation umfasst die Modellierung des Oberflächenabflusses und jene des oberflächennahen Abflusses. Entsprechend den Grundlagendaten zu den Niederschlägen und der Methodik liegt die Vorwarnzeit maximal bei ca. 6 bis 7 Stunden und wird auf Einzugsgebiete bis ca. 200 km2 angewandt. Alle 5 bis 10 Minuten wird der Prozess mit aktualisierten Radardaten wiederholt. Die Auftraggeber, in der Regel Kantone oder Gemeinden, legen die Frühwarnstellen fest, für welche im hydrologisch-hydraulischen Modell Messstellen eingerichtet werden. Für jede Niederschlagsprognose werden die Ganglinien aus modellierten Abflüssen für alle Frühwarnstellen gebildet, mit den individuell gewählten Grenzwerten verglichen und je nach Ergebnis Meldungen an Interventionsorgane (Gemeindeführungsstäbe, Feuerwehren, Wasserwehren u.a.) abgesetzt. Die Adressaten und die Qualifikation der Meldungen legen die Auftraggeber (Kantone und Gemeinden) fest. Zur Kontrolle der Qualität und Verbesserung methodischer Grundlagen können die Auftraggeber Abflussmessstationen einbinden. Die Meldungen beziehen sich wahlweise auf einzelne Frühwarnstellen oder Warnregionen. Mit der Definition von Regeln, steuert der Auftraggeber die zeitliche Dichte der Warnmeldungen und die Entwarnung.